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by Anton Pütz | Dipl. Informatiker (Univ.) »
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Mein Setup nach einem Jahr Homeoffice

In meinen letzten Artikel hatte ich mein damaliges Setup vorgestellt. Ich habe danach sehr viel ausprobiert und bin mittlerweile mit meinem Setup sehr zufrieden- und habe von Kunden öfters positives Feedback dazu bekommen.

Es gibt auch mehrere Berichte über die angebliche Müdigkeit, welche durch Videokonferenzen hervorgerufen werden soll. Dieses Phänomen kann ich nicht nachvollziehen- evtl. hat das aber auch etwas mit der Art der Beleuchtung zu tun die ich benutze.

Gehen wir mal jeden einzelnen Punkt durch:

Audio

Technisch gibt es prinzipiell zwei Arten von Mikrofonen: Dynamische Mikrofone und Kondensator Mikrofone. Ich habe beide im Einsatz gehabt und kann belegen, dass beide Ihre Stärken haben, welche evtl. aber auch Schwächen sind.

Kondensator Mikrofon
 
Kondensator_Mikrofon

Kondensator Mikrofone sind äußerst sensibel: ich arbeite im Dachgeschoss und zwei Stöcke unter mir spielen meistens die Kinder. Ich würde behaupten, das Haus ist recht gut isoliert und ich höre während ich arbeite meine Kinder nicht. Allerdings wenn ich das Mikrofon bei Videokonferenzen benutze und mein Headset an den Mikrofon Headset Anschluss anschließe, höre ich wie die Kinder spielen, was mich sehr überrascht hat. Es ist zusätzlich so, dass jeder Tastenschlag vom Mikrofon aufgenommen wird was für andere Leute während der Konferenz irritierend ist. Die Stimme klingt mit diesem Mikrofon besser als mit dynamischen Mikrofonen. Das ist der Grund dafür weswegen die meisten Youtuber diese verwenden. Auch Musiker wissen diese zu schätzen.

Der Einsatz ist jedoch ein anderer als bei den Videokonferenzen.

Dynamische Mikrofone

Dynamische Mikrofone kommen in der Regel öfters vorkommen. Diese sind günstiger und meistens auch kleiner. Sie tendieren eher nur den Ton aufzunehmen, welcher direkt vor Ihnen hörbar ist. Dies ist natürlich für Musiker / Orchester nicht so geeignet- allerdings für ein Setup bei dem gleichzeitig geredet, geschrieben, usw. wird meiner Meinung nach idealer.

Somit sollte so eine Art von Mikrofon in Videokonferenzen benutzt werden.

Diese befinden sich in den Marktüblichen Headset.

Somit wären wir auch beim nächsten Punkt:

Headset ja oder nein?

Hier sehe ich bei mir eher das Optimierungspotenzial: denn nach einem Arbeitstag mit vielen Videokonferenzen spüre ich den längeren Einsatz von Headsets schon.

Um Echos zu vermeiden ist der Einsatz von Kopfhörer meiner Meinung nach zwingend. Evtl. gibt es aber hier bessere Möglichkeiten mit in-Ear Kopfhörern und Ansteckmikrofonen. Hat jemand damit Erfahrungen gemacht?

Video

In den letzten Jahren habe ich mehreres ausprobiert und mir auch in Youtube sehr viele Videos dazu angeschaut. Es gibt sehr viele sehr gute Videos von Youtubern welche viele Empfehlungen geben, auch zum Thema Deko.

Grundsätzlich würde ich aber das Thema in 2 großen Punkte trennen:

  • Videoaufnahme
  • Beleuchtung
 
Videoaufnahme

Mit den Webcams in Notebooks (egal welcher Hersteller) bin ich grundsätzlich unzufrieden. Vermutlich wird die Entwicklung in den kommenden Jahren auch nicht allzu viele Fortschritte machen können denn der Platz ist sehr begrenzt und anders als bei anderen elektronischen Komponenten lässt sich hier im Bereich der Optik nicht so viel optimieren.  Es gibt hier Ansätze über KI das Bild zu verbessern- mal sehen, was sich da tut.

Auch teurere Webcams (im Consumer-Bereich) haben mich enttäuscht. Ich denke an der Stelle hat es nicht mit dem Sensor, welcher das Bild in digitalen Signalen umwandelt zu tun, sondern mit der Optik davor. Eine Webcam ist ja schließlich eine Kamera und hat ein Objektiv. Jeder Hobbyfotograf weiß, dass es bei Objektiven auf die Lichtstärke kommt. Die meisten Webcams haben kein Lichtstarkes Objektiv.

Somit habe ich mich weiter umgeschaut und letztendlich Entschlossen, dass ich am besten eine „normale“ Kamera für die Bildaufnahme verwenden sollte. DSLR Kameras haben den Vorteil, dass man bei diesen die Objektive austauschen kann. Im Internet kursiert jedoch das Gerücht, dass bei Videoaufnahmen der Sensor zu warm wird da dieser nicht für Dauereinsatz optimiert ist und somit die Lebensdauer von der Kamera verringert.

Also habe ich bei meiner Verwandtschaft nach Videokameras gefragt und eine Panasonic HD-Kamera mir ausgeliehen.  Diese ist auch neu unter 150 € zu haben, was meiner Meinung nach nicht so viel ist.

Aber wie kriegt man das Signal in den Rechner?

Letztendlich ist dafür irgendwas, was HDMI auf USB „übersetzt“. Ich habe mich für folgende Karte von „Elgato“ entschieden

Dieser Stick nimmt bis 4K auf- was deutlich mehr ist, als meine Kamera ermöglicht. Die meiste Software für Videokonferenzen unterstützt dies ja auch nicht.

Kamera Position

Bis jetzt habe ich die beste Erfahrung damit gemacht, die Kamera auf Augenhöhe zu positionieren. Ich benutze 2 Bildschirme also habe ich mittels eines Ständers die Kamera dazwischen montiert:

Somit haben wir das Thema Video-hardware erstmals abgehackt ✅

Die beste Hardware kann kein schlechtes Eingangsbild verbessern. Also sollte man der Beleuchtung auch etwas Zeit widmen:

Beleuchtung

Ich habe mehrere unterschiedliche Lichtquellen verwendet: normales Zimmerlicht, Außenbeleuchtung, LED-Panels, Softbox, etc.

Grundsätzlich finde ich sollte man weiches Licht zur Beleuchtung benutzen. Zusätzlich ist es auch wichtig, dass tendenziell das Licht nicht direkt in die Kamera gerichtet ist da die Kamera sonst die Belichtung des ganzen Bildes reduziert, was dazu führt, dass alles außer das Licht selbst dunkel ist.

Deswegen habe ich mich dazu entschieden, unser Arbeitszimmer so umzustellen, dass ich schräg vor dem Fenster sitze. Damit habe ich bist jetzt sehr gute Ergebnisse erreicht.

Weitere Überlegungen: OBS, Green Screen und Teleprompter?

Die meisten Internet- Streamer benutzten OBS um z.B. Präsentationen, eingebettete Videos etc. in Ihren Streams einzubinden. Die Möglichkeiten dieser Software sind sehr vielfältig: auch gibt es z.B. Stores die sich darauf spezialisieren, Transitionen oder vorgefertigte Szenen zu verkaufen. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert sich mit dieser Software auszukennen um mal selbst mitzukriegen, was möglich ist. Ich denke es ist aber für den normalen Anwender mit einer längeren Lernkurve verbunden.

Aktuell überlege ich den Einsatz eines Teleprompters auszuprobieren. Diese sind teilweise günstig zu haben und haben den Effekt, dass man ja direkt in die Kamera reinschaut und dennoch mitkriegt, was sonst im Meeting los ist. Das führt aber natürlich bei den Teilenehmern zum Effekt, sich eher angesprochen zu fühlen da man wahrgenommen wird, als würde man direkt mit den Teilenehmen reden. Dies ist bei normalen Konferenzen schwieriger da man entweder auf die Teilnehmer im Meeting achtet oder direkt in die Kamera reinschaut, was unnatürlich wirkt.

Abschließender Kommentar

Was auch nachdem man sich mit dem Thema befasst hat klar wird ist, dass es mit einem mobilen Setup eher schwerer ist, ein super Ergebnis zu erzielen. Wenn man aber einen festen Arbeitsplatz hat, macht es schon Sinn sich zu überlegen, was man verbessern kann.

Das Feedback, was ich bis jetzt bekommen habe, ist sehr gut.

Anton Schreibtisch

Dieser Artikel erschien auch in LinkedIN.

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